Aktuelles

Hilfe für die Ukraine 
Wir sagen Danke für:
viele Kollekten, Geld- und Sachspenden. Für zahlreiche
helfende Hände und Köpfe bei so vielen Fragen, Nöten und
auch vor Ort-Problemen. DANKE
Was kann jetzt wichtiger sein als nahe an den Menschen zu sein, die dringend
Hilfe benötigen!
Seit dem 24. Februar 2022 ist nichts mehr, wie es war. In der Ukraine nicht, in
Russland nicht und bei uns auch nicht. Was es heißt vom Krieg bedroht zu sein,
spüren viele Menschen in Westeuropa in diesen Monaten zum ersten Mal, in
einer bislang für sie noch nie dagewesenen Weise. Andere erleben es zum
wiederholten Mal. Das man das heute erlebt, hätten viele von uns nach dem
2.Weltkrieg nicht mehr für möglich gehalten. In so manchen Familien sind die
Geschichten vom 2.Weltkrieg noch lebendig und werden den jüngeren
Familienmitgliedern noch erzählt. Die damalige Befreier-Nation ist für unzählige
Menschen heute zur Bedroher-Nation geworden. Holocaustüberlebende im
Alter zwischen 90 und 100 Jahren sind erneut auf der Flucht, um dem Wahnsinn
ein weiteres Mal zu entkommen. Manchmal sind alte Menschen mit ihren
Enkeln/innen oder auch Urenkeln/innen gemeinsam auf der Flucht. Angesichts
dieses Krieges fühlen sie sich wieder wie die Kinder von damals vor 1945. Jetzt
sind sie auf der Flucht, wieder mit Kindern, die so alt sind wie sie damals. Der
Krieg zerstört ihre Vergangenheit und ihre Zukunft. In welcher Welt leben wir?
Was wird bleiben, wenn Vergangenheit und die Zukunft in Trümmern liegen.
Das Flixbus-Unternehmen fährt zurzeit jede Woche nonstop nach Kiew. Viele
Menschen kehren wieder zurück, obwohl die Brutalität des Krieges kein Ende
zeigt. Aber die Trennung der Familien ist für viele kaum auszuhalten.
Bereits seit Anfang März haben wir fünf Hilfstransorte nach Polen gebracht. Dort
wurde aus- und umgeladen. Unsere Hilfsgüter wurden zusammen mit vielen
anderen Hilfsgütern in die Westukraine gebracht. Dort warteten unsere Leute
aus Kivertsi schon auf die für sie deklarierte Ware, welche sie dann aus dem
Raum Lemberg nach Lutzk und Kivertsi weiter transportierten.

Hier kamen aus ganz Europa Transporte zusammen, doch diese
Transportmöglichkeit ist leider im Mai zum Erliegen gekommen. Die leeren
Transporte, die auf dem Rückweg aus ganz Europa in die Ukraine zurückfuhren,
haben die Humanitäre Hilfe aus ganz Westeuropa unterstützt. Zum einen gibt es
sehr strenge Kontrollen, um einen Handel mit humanitären Gütern, der sich
zwischenzeitlich auch entwickelt hatte, zu unterbinden. Froh und dankbar sind
wir, dass unsere Hilfsgüter unsere Empfänger erreicht haben. Künftig werden wir
unsere Hilfsgüter direkt an die ukrainische Grenze bringen, um keinerlei
Erfahrung mit irgendwelchen dubiosen Zwischenhändlern machen zu müssen.
Während Sie von uns jetzt länger nichts gehört haben, waren wir dennoch nicht
tatenlos. Wir haben neue Wege gesucht, um unsere PartnerInnen in Kivertsi
auch künftig unterstützen zu können. Wir waren und sind im stetigen Kontakt
miteinander und bleiben auch in Zukunft für die Menschen dort engagiert.
Wir haben Tonnen von Lebensmitteln, Kartoffeln, medizinische Geräte für
Krankenhäuser, Medikamente, Nahrung für Säuglinge und Babys, Hygieneartikel,
Dinge des persönlichen Bedarfs für zahlreiche Waisenkinder aus Kivertsi
und Luzk transportiert, die angekommen sind und dankbar angenommen
wurden.

Die Waisenkinder, die zuerst unsere Hilfe erfahren haben, sind inzwischen mit
ihren BetreuerInnen nach Tschechien geflohen, wo sie in guter Obhut sind.
Laufend kommen neue Leute in Kivertsi an, viele Binnenflüchtlinge, die Hilfe,
Schutz und Obdach suchen. Waisenkinder kommen in Gruppen oder auch ganz
allein in Kivertsi an.
Unsere Hilfe kam auch Kindern zugute, die an Zerebralparese, Autismus oder
auch an einer geistigen Behinderung leiden. Des Weiteren sind viele
Schwerverletzte und Verwundete in der Region angekommen, die medizinische
Hilfe und Rehabilitation erfahren. Auch die Versorgung der alten, bettlägerigen
Menschen, die allein sind, ist sehr bedrückend. Die Not ist vielfältig und unsere
Hilfe ist weiterhin sehr gefragt.
Wir bereiten zurzeit den nächsten Transport vor und werden erstmalig direkt zur
ukrainischen Grenze fahren, wo unsere PartnerInnen unmittelbar unsere
Hilfsgüter in Empfang nehmen. Somit wird sich jeder Weg für uns um sieben
Stunden verlängern, plus der Zeit für die Abwicklung der Grenzmodalitäten und
der Warenübergabe. Was für uns zählt ist, dass unsere Waren möglichst
unkompliziert und direkt unsere Menschen in Kiwerzi und Luzk erreichen.
Vor Ort haben wir viele neue Kontakte zu geflüchteten Ukrainerinnen und
Ukrainern, die in unserem Umfeld leben, aufgenommen. Wir waren behilflich bei
der Arbeits- und Wohnungsvermittlung, bei dem Anmeldung- und
Antragsverfahren.

Im Mai hat die Philippusgemeinde in Bünde-Ennigloh mit
vielen Engagierten, Gospelchor, Posaunenchor und der Musikschule Bünde ein
Benefizkonzert ausgerichtet, das sehr gut besucht war.
Es haben sich vertrauensvolle Kontakte entwickelt durch vielfältige
Begegnungen. Bei unkomplizierter, praktischer Hilfe für das alltägliche Leben
kommt man miteinander ins Gespräch und lernt sich kennen und teilt so manche
Sorge. Im Jugendzentrum TimeOut in der Holser Str. 9a in Bünde-Ennigloh
konnte ein Mutter-Kind Café eröffnet werden. Geflüchtete und Nichtgeflüchtete
sind mittwochs von 14:30 Uhr - 16:00 Uhr herzlich eingeladen teilzunehmen. Ein
Sprachkurs findet samstags von 11:00 - 12:30 Uhr statt. In den Ferien haben wir
drei Kinderfeste auf der Wiese der Kreuzkirche/Philippusgemeinde veranstaltet,
die von vielen Kindern gerne besucht wurden. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit,
dass diese Angebote von einem ganz gemischten Publikum mit viel Begeisterung
angenommen wurden. Die Kinder hatten eine Menge Spaß und Sprachbarrieren
waren für niemanden ein Problem. Ca. 160 Kinder und Erwachsene haben wir
bei den Ferienaktionen bislang erreicht.

Wir bedanken uns für alle Unterstützung, bleiben Sie mit uns engagiert für die
Menschen in der Ukraine und hier vor Ort.

Wer Menschen dient wird Gott begegnen. Gott ereignet sich dort, wo
Menschen Miteinander und Füreinander tätig sind!


Ulrike Jaeger, Gemeindepädagogin Bünde, im Juli 2022
Rückblick: Mitarbeitenden-Schulung in Oldau09.10.
Am 09.10. war es endlich wieder soweit: 56 Mitarbeitende und 17 Referendierende aus dem CVJM Kreisverband und der Region Bünde Ost sind in das Anne-Frank-Haus in Oldau/Hambühren gefahren. Nach der Trennung vergangenes Jahr fanden der Grund-, Aufbau- und Aufbaukurs Plus sowie der Leiterkurs wieder an einem gemeinsamen Ort statt.
Die Woche startete mit einem Eröffnungsgottesdienst zum Thema „Hoffnung für alle“. Jeder Morgen begann mit einem Morgenimpuls, der teilweise von den Teilnehmern des Leiterkurses vorbereitet wurde, mit anschließendem gemeinsamen Frühstück. Danach gab es entweder einen Bibelarbeitsbasar oder im Plenum wurde eine Dialog-Bibelarbeit gehalten. Im Anschluss fanden die gesamte Woche über die Seminare statt, in denen den Mitarbeitern vieles über die Arbeit in den CVJMs sowie zu Themen wie Spielpädagogik, Kommunikation, Konfliktmanagement, Gruppenorganisation, Seelsorge oder Rhetorik gelernt haben. Der Aufbaukurs Plus hat sich außerdem im Seminar „Weltreligionen“ mit dem muslimischen Glauben auseinandergesetzt. Jeder Tag endete mit einem Abendabschluss bei dem eine Abendandacht gehalten und Lobpreislieder geschmettert wurden.
Auch kreative und sportliche Angebote kamen natürlich während der Schulung nicht zu kurz. Bei der Einzelaktionen konnte gebatikt oder Armbänder geflochten werden. Die Tischtennishütte war wieder ein täglicher Treffpunkt vieler während der Pausen. Der obligatorische Spieleabend in der Mitte der Woche hat diesmal die Kreativität des Referendierenteams gezeigt. Nach dem freundlichen Empfang durch die Besatzung eines Flugzeuges stürzte dieses beim Abflug leider ab. Alle an Board mussten sich über die Notrutsche in Form der Riesenrutsche des Amt für Jugendarbeit im Kirchenkreis auf eine einsame Insel retten. Dort trafen sie auf verrückte Hippies, bei denen sie sich nach und nach Material für die Flucht organisieren konnten. Bei der Doppelaktion am Mittwoch konnte man Kanu fahren, Kegeln gehen, nach Celle fahren oder sich bei dem Schuhspiel auf dem Gelände austoben.
Zum Ende der Woche wurden dann die erarbeiteten Andachten (Grundkurs) und Bibelarbeiten (Aufbaukurs) in den jeweiligen Kursen präsentiert. In Leiterkurs hielten die Mitarbeiter ihr persönliches Zeugnis.
Erstmals wurde am vorletzten Abend außerdem ein freiwilliger Geisterlauf durchgeführt. Natürlich gab es dazu am folgenden Tag auch noch eine kurze Einheit für die Mitarbeitenden um die erlebten Dinge auch in der eigenen Mitarbeit anwenden zu können.
Am letzten Abend bildete der Segnungsgottesdienst den Abschluss der Woche. Zum Thema „Gemeinsam aufbrechen“ hielt Welle die Predigt und ermutigte alle zum ganz persönlichen Aufbruch nach der Schulung.
Insgesamt war es wieder eine sehr intensive Woche, die von der besonderen Gemeinschaft geprägt war. Wir sind dankbar, dass dies trotz der anhaltenden Corona Pandemie möglich war.
Lea Kleine-Knefelkamp (CVJM Holsen-Ahle e.V.)